– PORTAVOCE – DOKUMENTARFILM

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Ein Dokumentarfilm von Ruxandra Gubernat, Marcel Schreiter und Henry Rammelt.

SYNOPSIS:

„Portavoce“ zeigt die Entstehung einer neuen politischen Protestkultur in Rumänien. Neben der allgegenwärtigen Korruption, die die Wahrnehmung Rumäniens in deutschen Medien bestimmt, haben sich in den letzten Jahren neue Formen des politischen Protests in dem südosteuropäischen Land durchgesetzt. Diese wenden sich gegen Umweltzerstörung sowie gegen die Korruption in Politik und Gesellschaft. Der Druck der Demonstrant_innen hat in den letzten Jahren bereits mehrfach zum Rücktritt der jeweils amtierenden Regierungen geführt. Der Film zeigt anhand von zentralen Akteuren, wie sich die neue Protestbewegung in Rumänien aus alternativen Formen sozio-kultureller Interaktion entwickelt und zur Etablierung einer neuen Form der Zivilgesellschaft beigetragen hat, die die politische Protestkultur trägt. Dafür werden drei Protestwellen im Detail beleuchtet: die Umweltbewegung um Roșia Montană, die 2013 für Massendemonstrationen sorgte, die Antikorruptionsbewegung die infolge eines Brandes in einer Bukarester Diskothek 2015 aufkam und eine massive Protestwelle gegen die Regierungsverordnung OUG13 im Frühjahr 2017.

TRAILER: 

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NÄCHSTE AUFFÜHRUNGEN:

• Leipzig – Schaubühne Lindenfels: Sa. 16.03.2019 / 19h – OMU & Filmgespräch
• Leipzig – Kinobar Prager Frühling: Do. 28.03.2019 / 18h – OMU & Filmgespräch 

STATEMENT DER FILMEMACHER:

Die Arbeit an „Portavoce“ begann im Oktober 2015 als Reaktion auf das tragische Feuer im Bukarester Club „Colectiv“. Wir hatten das Gefühl, dass wir uns besser erklären müssten, wie und warum dieses Ereignis so dramatisch für die rumänische Gesellschaft ist. Ohne klaren Plan, waren wir überzeugt davon, dass demokratische Gesinnungen, staatsbürgerliches Verantwortungsbewusstsein und kritisches Denken in Rumänien massgeblich in einem alternativen Umfeld kultiviert wurden. Nach „Colectiv“ wandelten sich diese eher persönlichen Einstellungen in kollektive Ablehnung des politischen Establishments. Unser Film erzählt die Geschichte einer Gesellschaft, die kritisches Denken nicht gerade begünstigt; einer Gesellschaft, in der Konformität die Regel war und in der Nonkormismus auf allen gesellschaftlichen Ebenen sanktioniert wurde. In dieser Perspektive sehen wir die Demonstrationen für Roşia Montană ab 2013 als Tiebfeder für das Aufkommen einer neuen politischen Generation. Die Proteste von 2017 waren unseres Erachtens die Bestätigung, dass bürgerschaftliches Engagement allmählich einen Platz in dieser Gesellschaft einnimmt, auch wenn langfristige Effekte nicht vorhersehbar sind. Als Analogie zwischen Thema des Films und eigener Arbeit ist es erwähnenswert, dass wir selbständig gearbeitet haben – und dies obgleich unabhängiges Filmemachen immer Prekarität mit sich bringt. Dennoch haben wir zwischen Ende 2015 und Anfang 2018 unzählige Stunden damit verbracht, Proteste zu filmen, mit Menschen zu sprechen und unsere Perspektive dementsprechend neu zu verorten. Wir verbrachten unsere Zeit auf ständiger Reise, hin und her, zwischen Bukarest und Marcel’s Studio in Leipzig, wo dann auch der letzte Schnitt vorgenommen wurde. Da es unser erstes Projekt zusammen war, war es auch ein Lernprozess. Ein Lernprozess in dem wir vor allem das Gefühl hatten, dass wir uns zu einem Team entwickelt haben.

BIOGRAPHIEN:

RUXANDRA GUBERNAT
Die in Bukarest lebende Journalistin, Forscherin und freischaffende Dokumentarfilmemacherin Ruxandra Gubernat wurde 1982 in Rumänien geboren. Nachdem sie sieben Jahre lang als Journalistin in Bukarest gearbeitet hatte, zog sie nach Lyon, wo sie ihren Master in Mediensoziologie absolvierte. Gleichzeitig studierte sie am Institut für Politische Studien in Lyon Soziologie und Filmwissenschaft. Vor kurzem wurde ihr ihr Doktortitel in Politikwissenschaft an der Universität Paris Nanterre verliehen. Nach sechs Jahren in Frankreich, zog es sie nach Bukarest zurück, wo sie nun daran arbeitet, Forschung und Film zusammenzubringen. Nun konzentriert sie sich auf Dokumentarfilme, die die sozialen Realitäten Rumäniens untersuchen. Im Moment arbeitet sie an zwei weiteren Dokumentarfilmen, die sich durch eine anthropologisch geprägte Herangehensweise an Film auszeichnen: „Chorba Nation“, versucht ein rumänisches Verständnis von nationaler Identität im Rückgriff auf kulinarische Traditionen zu erklären. Ihr zweites Projekt „Die Illiberale Gesellschaft und ihre Feinde“ untersucht politische Tendenzen in Osteuropa.

HENRY RAMMELT
Seit seiner Jugend ist Henry leidenschaftlich an Protesten und sozialen Bewegungen interessiert. Er verbringt viel Zeit damit, Proteste zu beobachten, sowohl auf der Leinwand als auch auf der Straße. Er wurde 2016 an der Universität Lyon mit einer Arbeit zu sozialen Bewegungen und Protestnetzwerken in Ungarn und Rumänien promoviert. Davor studierte er Politikwissenschaft und Soziologie an der Technischen Universität Dresden (MA) und am Institut für Politische Studien in Lyon. Derzeit unterrichtet er an der Nationalen Universität für Politische Studien und Öffentliche Verwaltung in Bukarest und ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an Sciences Po (Paris). Ausserdem hatte er zahlreiche Forschungsstipendien in Rumänien und Frankreich inne. Zu seinen aktuellen Veröffentlichungen zählt „Protestnetzwerke in Ungarn und Rumänien“, das im Dezember 2018 bei Harmattan erschien (Activistes protestataires en Hongrie et en Roumanie, Paris: L’Harmattan).

MARCEL SCHREITER
Marcel, 1982 in Deutschland geboren, arbeitet seit 2011 als unabhängiger Filmproduzent in Leipzig. Er absolvierte 2015 den Masterstudiengang Angewandte Kultur- und Medienwissenschaft an der Universität Merseburg. Marcel hatte mehrere Auslandsstipendien (an der Universität von Bergamo in Italien, an der Karlsuniversität in Prag) und konnte durch ein „Artist in Residence“ Programm in verschiedenen osteuropäischen Ländern künstlerisch tätig werden. 2012 gewann er den Europäischen Kurzfilmwettbewerb „The Shortest Day“ vom französisch-deutschen TV Sender Arte. Dieses Jahr erfolgt die Veröffentlichung seines Artikels zur „Darstellung von Korruption im rumänischen Film“ in dem Band 3 „Begegnung mit dem Fremden in Film und Fernsehen, Malerei und Theater“ der Merseburger Hochschulschriften.

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REGIE: Ruxandra Gubernat, Henry Rammelt, Marcel Schreiter
DREHBUCH: Henry Rammelt and Ruxandra Gubernat
KAMERA: Marcel Schreiter
SCHNITT: Marcel Schreiter
PRODUKTION: Kirschbaum Pictures
NARRATION: Ana Ularu
SOUND DESIGN: Low Freq
PRODUKTIONSJAHR: 2017/2018
LÄNGE: 56 minutes
SPRACHEN: Englisch/Rumänisch
UNTERTITEL: Englisch/Deutsch/Rumänisch

INTERVIEWS MIT:
Narcis Axinte, Florin Badita, Mihnea Blidariu, Ionut Brigle,Claudiu Chihaescu, Claudiu Craciun, Andrei Hategan, Cosmin Lupu, Cristian Neagoe, Codin Oraseanu, Razvan Pascu, Veda Popovici, Ionut Ruscea, Bogdan Serban, Iulian Vacarean

FESTIVALS:
• One World Romania International Film Festival, Bukarest – März 2018
• Astra International Film Festival, Sibiu – Oktober 2018
• Cinepolitica IFF, Bukarest – April 2018
• Mad in Romania, Timisoara – November 2018
• European Cinematography Awards 2019 – Finalist ‘Bestes Dokumentarfilmprojekt’

WEITERE VORFÜHRUNGEN:
• Cinecivitas Film Festival – KunstKooperative Berlin, April 2018
• Serile FJSC Bucharest, Universität Bukarest, April 2018
• Nationale Universität für Politische Studien, Bukarest, Mai 2018
• Habitus, Sibiu, Mai 2018
• Casa Forum, Alba Iulia, Juli 2018
• Colivia, Bukarest, Juli 2018
• Cinema Arta, Arad, Juli 2018.
• Offener Kanal Merseburg/ Querfurt, August 2018
• Casa Activistului, Bukarest, Januar 2019
• Universität Sophia Antipolis Nizza, Februar 2019

WEITERFÜHRENDE LINKS:
• Portavoce auf IMDB
• “Recreative activism in Romania” Artikel von Henry Rammelt
• “Activistes protestataires en Hongrie et en Roumanie” Buch von Henry Rammelt
 Radio Romania – Interview mit Ruxandra Gubernat
• Scene 9 -Presse Artikel

• All about Romanian cinema – Presse Artikel
• DOR – Interview mit Ruxandra Gubernat

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